Die Papierindustrie setzte im Jahr 2022 knapp 79 Prozent Altpapier ein und die Altpapierverwertung in Deutschland stieg 2022 auf einen Wert von über 95 Prozent. Mit dieser Recyclingquote liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt und importiert sogar Altpapier aus dem Ausland, um es in den hiesigen Papierfabriken weiterverarbeiten zu können. Aus Altpapier, Pappe und gebrauchten Kartons, die aufgelöst und gewaschen werden, entsteht der sogenannte Altpapierhalbstoff, der als Grundlage für die Herstellung neuer Papierprodukte verwendet wird.

Aufbereitetes Altpapier findet sich in Verpackungen, Kartons oder Zeitungspapier, aber auch in Hygienepapieren wie Toilettenpapier, Küchentüchern oder Papierhandtüchern. Durch die heutigen Aufbereitungsmöglichkeiten, insbesondere das Deinking, bei dem Farbbestandteile aus dem Papier herausgelöst werden, können sogar grafische Papiere zum Bedrucken, Beschreiben und Kopieren aus Altpapier gefertigt werden. Diese dürfen in Deutschland übrigens nur dann als Recyclingpapier bezeichnet werden, wenn sie zu einhundert Prozent aus Altpapier bestehen. Dabei stehen sie Frischfaserpapieren qualitativ in nichts nach.

 

Was darf in die blaue Tonne und was nicht?

Altpapier kann zwar mehrmals recycelt werden, jedoch gehen bei den aufwendigen Aufbereitungsprozessen Faserbestandteile verloren. Das heißt die Fasern werden irgendwann zu kurz, um daraus neues Papier herstellen zu können. Aus diesem Grund müssen dem Papierkreislauf stets kleine Mengen von Frischfasern zugeführt werden, aber auch Sie können bereits bei der Mülltrennung darauf achten, dass sich die über die blaue Tonne entsorgten Materialien so gut wie möglich aufbereiten lassen.

Grundsätzlich gehören Zeitungen, Zeitschriften, Kartons, Wellpappe, Kataloge, Prospekte, alte Bücher, Papierverpackungen, Gemüse- und Obstschachteln aus Pappe und Papier, Eierkartons und Schulhefte in die blaue Papiertonne. Heftklammern, Tackernadeln oder Produktproben in Zeitschriften und sogar Postwurfsendungen in Folie werden in den modernen Aufbereitungsanlagen aussortiert. Doch je aufwendiger die Aufbereitung, desto mehr Ressourcen müssen dafür aufgewendet werden. Zudem kann die Faserqualität zusätzlich leiden. Wer das Papier von störenden Faktoren befreit, erleichtert also den Recyclingprozess.

Neben Dingen, die ganz eindeutig in die Papiertonne gehören, gibt es jedoch auch solche, die zwar den Anschein erwecken mögen, aber nicht recycelbar sind.

Folgendes darf NICHT in die Papiertonne:

  • Aktenordner (Aktenordner aus Pappe dürfen nur über den Papiermüll entsorgt werden, wenn sämtliche Metallteile entfernt wurden, sonst gehören sie in den Restmüll)
  • Backpapier (Standard-Backpapier gehört wegen seiner speziellen Beschichtung auch unbenutzt stets in den Restmüll)
  • benutzte Papierhandtücher, -taschentücher und -servietten
  • beschichtete Papiere (z. B. Thermopapiere, die für Kassenzettel, Fahrkarten oder Papiertickets verwendet werden und schädliches Bisphenol A [BPA] enthalten können)*
  • (analoge) Fotos (bestehen aus beschichtetem Papier und werden über den Restmüll entsorgt)
  • benutzte Getränkebecher
  • elektrische Grußkarten mit Batterien
  • Klebebänder auf Papier
  • Klebeetiketten und das Trägerpapier
  • Kohlepapiere
  • Liegenpapier, Tischdecken
  • Milch- oder Getränkekartons
  • mit Kunststofflacken oder -folien hergestellte Lack-, Glacé- und Chromopapiere und -pappen
  • Mund- und Nasenschutz
  • nicht restentleerte Verpackungen
  • oberflächen- und zwischenbeschichtete Papiere und Pappen
  • Staubsaugerbeutel
  • Suppen- und Soßentüten
  • Tapetenreste
  • Teebeutel, Tee- und Kaffeefilter


* Obwohl für den Stoff Bisphenol A, der bei Thermopapieren als Farbentwickler eingesetzt wird, seit dem 2. Januar 2020 europaweit Beschränkungen bestehen, empfiehlt das Umweltbundesamt, Thermopapiere wie Kassenbons oder Fahrkarten weiterhin über den Restmüll zu entsorgen, da zu den Ersatzstoffen bislang keine ausreichenden Daten vorliegen.

Verschmutztes Papier gehört übrigens generell nicht in die Papiertonne – durchfettete Pizzakartons sind über den Restmüll zu entsorgen, genau wie benutzte Taschentücher und Servietten aus Zellstoff. Verschmutztes Küchenpapier darf in die Biotonne oder auf den Kompost. Wer diese Hinweise beachtet, trägt zu einer hohen Altpapierqualität und somit zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft bei.

 

Wie nachhaltig ist Papierrecycling?

Bei keinem anderen Rohstoff ist die Kreislaufwirtschaft derart gut umgesetzt wie beim Papierrecycling. Dabei ist das Recyceln von Papier, Pappe und Karton sogar ressourcenschonender als die Papierherstellung aus Frischfasern, da bei der Aufbereitung von Altpapier weniger Energie und Wasser verbraucht werden als bei der Aufbereitung von Primärfasern wie Holz oder Zellstoff. Aus diesem Grund setzen wir bei Eco-Cards für unsere Weihnachtskarten seit unserer Gründung in 2011 ausschließlich auf zertifizierte Recyclingpapiere und Naturkartons. In welchem Maße dadurch wertvolle Ressourcen eingespart werden und somit Umwelt und Klima geschützt wird, erfahren Sie in unserem Blogartikel Gute Gründe für Recyclingpapier

Haben Sie Lust auf etwas Besonderes? Dann schauen Sie doch einmal in unserem Eco-Cards Onlineshop vorbei. Wir haben eine große Auswahl an hochwertigen Weihnachtskarten aus verschiedenen Recyclingpapieren und spannenden Naturkartons für Sie zusammengestellt.

 

 

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